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Musik und Politik im Kloster Einsiedeln des Mittelalters

03.06.2026, 19:30
ZhDK, Toni-Areal, Hörsaal 5.T09, Ebene 5, Pfingstweidstr. 96,
SMG Sektion Zürich

Bettina Ruchti

Eine Koproduktion von ZHdK, Master Performance, Institute for Music
Research und SMG, Sektion Zürich

Seit seiner Gründung im Jahre 934 war das Kloster Einsiedeln ein Schmelztiegel verschiedener Einflüsse und Kulturen: So kamen die Gründer des Klosters aus Strassburg und Rhätien, und zur Gründungsausstattung von Einsiedeln gehörten u.a. Schriften aus den damals berühmten Skriptorien St. Gallen und Reichenau. Im Gegenzug erlangte Einsiedeln innerhalb weniger Dekaden den Ruf eines besonders vorbildlichen Klosters und sandte seinerseits Mönche aus, um weitere Klöster zu gründen oder wieder aufzubauen wie beispielsweise Muri und Disentis. Diese historisch-politischen Verbindungen sind auch in der musikalischen Überlieferung nachvollziehbar. In der Klosterbibliothek von Einsiedeln sind insgesamt fünf Musikhandschriften aus dem 10. und 11. Jahrhundert erhalten, an denen sich Interaktionen und wechselseitige Einflüsse ablesen lassen. An konkreten Beispielen soll gezeigt werden, auf welche Weise sich diese Beziehungen in musikalischen Ausdrucksweisen niederschlagen.

Bettina Ruchti studierte Viola, Barockvioline und Mittelaltermusik in Zürich, Florenz und Genf sowie Musikwissenschaft an der Universität Bern. Ihre Dissertation schloss sie mit dem Titel «Die Musik im politischen Netzwerk des Klosters Einsiedeln im 10. und 11. Jahrhundert» ab. Bettina Ruchti arbeitet als Musikbibliothekarin an der ZHdK und als freie Musikerin mit verschiedenen Barockensembles im In- und Ausland.

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