BEGIN:VCALENDAR
VERSION:2.0
PRODID:https://github.com/derhansen/sf_event_mgt
METHOD:PUBLISH
BEGIN:VEVENT
UID:5644-486@www.smg-ssm.ch
CLASS: PUBLIC
SUMMARY:*ABGESAGT* Geschichtspolitik auf der Opernbühne: Wagner, Pfitzner und das Aufführen von Musikgeschichte
DESCRIPTION:Anna Langenbruch (Oldenburg)\n\nin Zusammenarbeit mit dem Musik
 wissenschaftlichen Seminar der Universität Basel\n\nMusikgeschichte wird ni
 cht nur geschrieben und gelesen, sie wird auch komponiert, gesungen, gespie
 lt, gehört und gesehen. „Geschichte“, schreibt der Theaterwissenschaftler F
 reddie Rokem, „kann an sich nur wahrgenommen werden, wenn sie rekapituliert
  wird, wenn wir irgendeine Form von Diskurs, wie das Theater, schaffen, auf
 grund dessen eine organisierte Wiederholung der Vergangenheit konstruiert w
 ird, die die chaotischen, reißenden Ströme der Vergangenheit in einen ästhe
 tischen Rahmen stellt.“ Aufgeführte Musikgeschichten, wie sie seit dem 18. 
 Jahrhundert auf den europäischen Musiktheaterbühnen zu finden sind, verhand
 eln musikhistorische Praktiken, Ereignisse oder Artefakte ebenso wie gesell
 schaftliche Verhältnisse und politische Ziele; oft (aber nicht immer) begeg
 nen uns dabei historische Figuren. Lebendig und erfolgreich ist diese Art d
 er Auseinandersetzung mit Musikgeschichte bis heute, sei es im Musical, im 
 Schauspiel mit Musik oder in der Oper. \n\nAusgehend von Rokems Überlegunge
 n zum Theater als Diskursraum für Geschichte denke ich in meinem Vortrag üb
 er Geschichtspolitik auf der Opernbühne nach. Als Fallbeispiele dienen mir 
 hierfür zwei Repertoireopern des langen 19. Jahrhunderts: Richard Wagners M
 eistersinger (1868) und Hans Pfitzners Palestrina (1917). Beide Opern verkn
 üpfen die Auseinandersetzung mit Musikgeschichten des 16. Jahrhunderts mit 
 geschichtspolitischen Diskursen ihrer Entstehungszeit (insbesondere Nationa
 lismus und Antisemitismus), die über die lange und kontinuierliche Aufführu
 ngsgeschichte der Opern immer wieder reaktualisiert werden. Gleichzeitig wi
 rd auch immer wieder neu um sie gestritten. Wie verhält sich dieses gesells
 chaftliche Potential von Musiktheater als Diskursraum zur (durchaus auch pr
 oblematischen) Ästhetisierung von Geschichtspolitik in der Oper?\n\nAnna La
 ngenbruch ist Professorin für Kulturgeschichte der Musik an der Carl von Os
 sietzky Universität Oldenburg. Sie forscht und veröffentlicht zur Kulturges
 chichte von Exil und Migration, zur Geschichte und Theorie der Musikhistori
 ographie, zum Musiktheater des 18.–21. Jh. sowie zu Wissenschaftsgeschichte
  und Gender Studies. 2016–2022 leitete sie die Forschungsgruppe „Musikgesch
 ichte auf der Bühne: Konstruktionen der musikalischen Vergangenheit im Musi
 ktheater“ im Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Pu
 blikationen u.a. zu Klang als Geschichtsmedium (Bielefeld 2018) und Musikge
 schichte auf der Bühne – Performing Music History (Bielefeld 2021); aktuell
 es Buchprojekt: Musikgeschichtstheater. Nachdenken über Musik und Geschicht
 e). Ihre binationale Promotion an der HMTM Hannover und der EHESS Paris sch
 loss sie 2011 mit einer Arbeit zu Handlungsmöglichkeiten exilierter Musiker
 *innen im Paris der 1930er Jahre ab (erschienen als Topographien musikalisc
 hen Handelns im Pariser Exil, Hildesheim 2014).
LOCATION:Vortragssaal des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Basel, Petersgraben 27
DTSTAMP:20251204T191917Z
DTSTART:20251111T170000Z
DTEND:20251111T170000Z
END:VEVENT
END:VCALENDAR