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SUMMARY:Wissen und Ganzheit: Das 18. Jahrhundert und sein Nachleben
DESCRIPTION:Internationale Tagung\n\n«Der Körper ist nicht wieder zurückzuv
 erwandeln in den Leib. Er bleibt die Leiche, auch wenn er noch so sehr ertü
 chtigt wird», so klingt der bekannte Abgesang der Dialektik der Aufklärung 
 auf den Körper und auf unsere Möglichkeit, diesen (und: mit diesem) zu denk
 en. Adorno und Horkheimer sind nur ein Beispiel für jene Narrative, die dem
  18. Jahrhundert die (politisch katastrophalen) Folgen einer Ausdifferenzie
 rung der Wissenssphären zuschreiben, die bis heute in ‹Natur› und ‹Kultur› 
 sowie in Natur- und Geisteswissenschaften trennt. Der Resistenz der ‹Trennu
 ngsgeschichte› zum Trotz aber arbeitet sich bereits das 18. Jahrhundert in 
 unterschiedlichen wissensgeschichtlichen Formationen kritisch und produktiv
  an der Descartes bis heute immer wieder zugeschriebenen Trennung in res ex
 tensa und res cogitans ab und entwickelt Konzepte von ‹Ganzheit›, die Natur
 -und Kulturbegriffe zu konstellieren suchen: etwa in den psychophysischen K
 onzepten der verschiedenen ‹ästhetischen Materialismen› oder (literarischen
 ) Anthropologien, im Zusammenschluss der Künste mit der Physiologie und der
  Medizin u.v.m. Die geplante Tagung fragt aus verschiedenen disziplinären P
 erspektiven nach einem solchen Wissen von Ganzheit.\n\nZum einen schauen wi
 r von der Warte der Nachträglichkeit auf die wissenschaftlichen Diskurse un
 d Künste des 18. Jahrhunderts und fragen, an welchem KörperDenken Musik, Ta
 nz und Theater, aber auch Literatur partizipieren. Denn gerade in den Künst
 en des 18. Jahrhunderts taucht dieses vielfach selbst als ganzheitliches au
 f – und macht so jenem angenommenen Urverlust des Körpers einen Strich durc
 h die Rechnung. Zum anderen fragen wir nach den Einsatzfeldern dieser Suche
  nach dem Ganzen und nach dem Nachleben des 18. Jahrhunderts in den Wissens
 chaften und den Künsten. Zu fragen wäre etwa nach den Motivationen der Rede
  von den ‹zwei Kulturen›, nach deren diagnostischem Potential und nach dem 
 daraus resultierenden holistischen ‹Versöhnungsbegehren›, das besonders im 
 20. Jahrhundert virulent wird – z.B. in den Avantgarden (als kritisch durch
 gestrichenes), oder affirmativ in der Phänomenologie und im Projekt der Psy
 chosomatik, die explizit auf die Anthropologien des 18. Jahrhunderts rekurr
 iert.“\n\n\n\n
LOCATION:Universität Zürich und Cabaret Voltaire
DTSTAMP:20191016T115616Z
DTSTART:20191030T130000Z
DTEND:20191101T150000Z
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